Foto: Eine große Gruppe Menschen sitzt in einem vollbesetzten Hörsaal und applaudiert.
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Als Gasthörer:in an die Hochschule

Einfach mal Hochschulluft schnuppern.

Als Gasthörer:in können Sie flexibel Vorlesungen und andere Lehrveranstaltungen an Hochschulen besuchen – ohne Abitur, ohne besondere Voraussetzungen und ohne Prüfungsstress. Ideal als Senior:innenstudium, für die persönliche Weiterbildung oder zum Reinschnuppern in ein Studienfach.


Was ist ein:e Gasthörer:in?

Viele haben den Begriff „Gasthörer:in” bereits das eine oder andere Mal gehört. Doch was genau ist darunter zu verstehen? Als Gasthörer:innen werden Personen bezeichnet, die aus persönlichem Interesse einzelne Kurse oder Lehrveranstaltungen an Hochschulen belegen, ohne dort immatrikuliert – also regulär in einem Studiengang eingeschrieben – zu sein.

  • Gasthörer:innen dürfen einzelne Veranstaltungen an Hochschulen besuchen.
  • Dafür gelten in der Regel keine besonderen Zugangsvoraussetzungen.
  • Gasthörer:innen dürfen üblicherweise keine Prüfungen ablegen.
  • Ein Studium als Gasthörer:in lohnt sich für alle, die Lust auf mehr Wissen haben.

Im Wintersemester 2025/2026 waren laut Statistischem Bundesamt insgesamt 36.000 Menschen als Gasthörer:innen an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Dabei ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ungefähr ausgeglichen: Während in früheren Jahren der Anteil der Gasthörer etwas größer war, sind nunmehr die Gasthörerinnen leicht in der Überzahl.

Interessant ist insbesondere die Altersverteilung, denn dort kristallisieren sich zwei Spitzen heraus: zum einen in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren, zum anderen in der Altersgruppe von 65 bis 75 Jahren. Ein Studium als Gasthörer:in ist also besonders bei Menschen in der ersten Karrierehälfte sowie als Senior:innenstudium bei Menschen in der nachberuflichen Phase gefragt.

Foto: Eine ältere Frau steht mit vor der Brust verschränkten Armen auf einer Wiese und lächelt selbstbewusst in die Kamera.

Seniorenstudium

Für Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist das Studium als Gasthörer:in eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihr Leben mit neuem Wissen und neuen Erfahrungen zu bereichern. Das haben auch viele Hochschulen erkannt und bieten deshalb ein umfangreiches Bildungsangebot mit wechselnden Veranstaltungen aus allen Fachbereichen an – speziell für Senior:innen. Beschäftigen Sie sich mit allgemeinen wissenschaftlichen Fragen, vertiefen Sie Ihr Wissen und knüpfen Sie Kontakte zu Gleichgesinnten.

Auch bei den Fachrichtungen lassen sich Tendenzen erkennen. Während vor 30 Jahren noch die Geisteswissenschaften den größten Teil der Gasthörer:innen stellten, liegt diese Fachrichtung heutzutage nur noch auf dem dritten Platz hinter den sonstigen Fachrichtungen und den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auffällig: Bei den genannten Fachrichtungen gab es einen signifikanten Rückgang der Teilnehmenden während und nach der Corona-Pandemie. Die Gasthörenden-Zahlen der Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften blieben jedoch von der Krise nahezu unverändert. Das lässt möglicherweise darauf schließen, dass diese Fachrichtungen weniger aus Gründen der Freizeitgestaltung, sondern mehr aus Gründen der beruflichen Weiterentwicklung gewählt werden.

Wie wird man Gasthörer:in an einer Hochschule?

Für die Gasthörendenschaft müssen Sie in der Regel keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Sie sind in jedem Alter und mit jedem Bildungsgrad willkommen – auch eine Hochschulzugangsberechtigung ist nicht erforderlich. Sie müssen sich lediglich bei der Studierendenverwaltung der Hochschule registrieren, um den Gasthörenden-Status zu erlangen. In den meisten Fällen wird dafür eine Gebühr zwischen 50 und 150 Euro verlangt, die pro Semester fällig wird.

Die Hochschulen informieren auf ihren Webseiten und in ihren Vorlesungsverzeichnissen über die Vorlesungen und Seminare, die Ihnen offenstehen. Einige der größeren Hochschulen haben dafür eigene Bereiche, oft unter Bezeichnungen wie Gasthörer:innen-Studium, Senior:innenstudium oder Studium Generale. Viele Hochschulen bieten außerdem Informationsveranstaltungen und Schnuppertage für das Studium als Gasthörer:in an. Probieren Sie es gerne einmal bei einer Hochschule in Ihrer Nähe aus!


Welche Vorteile und Nachteile gibt es für Gasthörer:innen?

Gasthörer:innen nehmen an hochschulischen Veranstaltungen teil, ohne immatrikuliert zu sein und ohne einen Abschluss anzustreben. Im Vergleich zu immatrikulierten Studierenden ergeben sich aus diesem Status verschiedene Vorteile und Nachteile.

Vorteile für Gasthörer:innen

Als Gasthörer:in gehen Sie ohne Druck und Verpflichtungen Ihren Interessen nach. Besuchen Sie heute eine Vorlesung über spätrömische Geschichte, morgen eine über zeitgenössische Kunst und übermorgen eine zum Thema Stadtplanung.

Anders als reguläre Studierende sind Sie nicht an Prüfungsordnungen oder Stundenpläne gebunden. Für Sie gibt es keine verpflichtende Teilnahme an Veranstaltungen, die Sie vielleicht gar nicht interessieren.

Kein Abitur, keine Bewerbung, keine Eignungsprüfung notwendig: Sie bekommen ohne große Hürden Zugang zu Wissen auf Hochschulniveau. Sie müssen sich lediglich bei der Hochschule registrieren und eine Gebühr entrichten, die meist deutlich geringer als der Semesterbeitrag regulärer Studierender ist.

Nachteile für Gasthörer:innen

Als Gasthörer:in sind Sie nicht immatrikuliert und haben somit keinen offiziellen Studierendenstatus. Dadurch erhalten Sie keinen Zugang zu bestimmten Angeboten wie zum Beispiel BAföG, Semesterticket oder vergünstigten Mahlzeiten in der Mensa.

Gasthörer:innen ist die Teilnahme an Prüfungen sowie der Erwerb von ECTS-Punkten in der Regel untersagt. Dadurch ist es ihnen nicht möglich, Studienleistungen zu erbringen oder einen akademischen Abschluss wie Bachelor oder Master zu erlangen.

Beinahe alle Vorlesungen stehen Gasthörer:innen offen, doch bei Seminaren mit begrenzten Plätzen haben immatrikulierte Studierende stets Vorrang. Die Teilnahme an Veranstaltungen aus zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Medizin oder Psychologie ist üblicherweise nicht möglich.

Für wen lohnt sich das Studium als Gasthörer:in?

Ob sich eine Gasthörendenschaft für Sie lohnt, hängt von Ihren Wünschen und Erwartungen ab. Als Gasthörer:in ist der Zugang zu Hochschulwissen deutlich einfacher und meist auch kostengünstiger. Sie haben viel Freiheit bei der Themenwahl und können sich ganz von Ihren persönlichen Interessen leiten lassen. Andererseits dürfen Sie beliebte Veranstaltungen gegebenenfalls aufgrund von Platzkapazitäten nicht besuchen. Und: Neu erworbenes Wissen ist durch das fehlende Prüfungsrecht nicht als formale berufliche Qualifikation nutzbar.

Dennoch lohnt sich ein Studium als Gasthörer:in in vielen Fällen:

  • Wenn Sie sich an einer Hochschule weiterbilden möchten

    Sie denken darüber nach, ein Studium oder eine Weiterbildung an einer Hochschule zu beginnen? Sie fragen sich jedoch, ob Sie zeitlich oder fachlich mithalten können? Dann bietet sich ein Semester als Gasthörer:in an. So können Sie feststellen, ob eine hochschulische Weiterbildung das Richtige für Ihre Karriere ist.

    Weiterbildungsangebote finden
  • Wenn Sie sich bei der Studienwahl unsicher sind

    Sie sind sich nicht sicher, ob ein bestimmter Studiengang die richtige Wahl für Sie und Ihre Ziele ist? Dann lohnt es sich, als Gasthörer:in ein Studium auszuprobieren, ohne dass Sie gleich Leistungen erbringen müssen. So können Sie beispielsweise einen späteren Studienabbruch durch falsche Studienwahl vermeiden.

    Studium-Interessentest machen
  • Wenn Ihnen Ihre Allgemeinbildung wichtig ist

    Sie möchten sich persönlich weiterentwickeln? Ein akademischer Abschluss oder eine berufliche Qualifikation steht für Sie nicht an erster Stelle? Als Gasthörer:in können Sie einfach und flexibel in Ihre Interessensgebiete hineinschnuppern – und beispielsweise Vorlesungen in Philosophie, Physik oder Politik besuchen.

    Studienbereiche kennenlernen
  • Wenn Sie sich für ein Senior:innenstudium interessieren

    Sie konnten als junger Mensch nicht Ihr gewünschtes Studium beginnen? Sie haben erst seit kurzer Zeit wieder die Muße für Bildung? Viele Hochschulen bieten eigene Studienprogramme für Senior:innen an, die an faszinierende Themen aus der Wissenschaft heranführen und nebenbei Kontakt zu Gleichgesinnten ermöglichen.

    Senior:innenstudium entdecken
  • Wenn Sie Einblicke ins hochschulische Umfeld gewinnen möchten

    Möchten Sie den Hochschulalltag unverbindlich kennenlernen? Dann bietet sich ein Semester als Gasthörer:in an. Schnuppern Sie in Wissen auf Hochschulniveau hinein und tauschen Sie sich mit anderen Studierenden aus. Ein Studium oder eine hochschulische Weiterbildung ist vielleicht genau das Richtige für Ihre Karriere!

    Karriere planen


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Fazit: Flexibel (weiter)bilden als Gasthörer:in

Ein Studium als Gasthörer:in eignet sich insbesondere für Personen, die …

  • Flexibilität und Selbstbestimmung beim Wissenserwerb schätzen,
  • spezifische Fachkenntnisse in einem bestimmten Bereich erwerben oder erweitern,
  • ohne Verpflichtungen und Prüfungsstress neue Themen oder das Hochschulumfeld kennenlernen,
  • neue berufliche Perspektiven erschließen und den nächsten Karriereschritt gezielt vorbereiten,
  • oder ein Hobby oder Interessensgebiet vertiefen möchten.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Gasthörer:innen

  • dropUp-iconWie wird man Gasthörer:in an einer Hochschule?

    Registrieren Sie sich bei der Studierendenverwaltung Ihrer Wunschhochschule als Gasthörer:in. Sie sind in jedem Alter und mit jedem Bildungsgrad willkommen – auch Abitur ist nicht erforderlich. Informationen zu Vorlesungen und Seminaren, die für Gasthörer:innen offen stehen, finden Sie häufig unter Bezeichnungen wie Gasthörer:innen-Studium, Senior:innenstudium oder Studium Generale.

  • dropdown-iconWas sind die Kosten als Gasthörer:in?

    Gasthörer:innen zahlen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro pro Semester. In Einzelfällen können je nach Anzahl und Umfang der belegten Veranstaltungen auch zwischen 300 und 500 Euro verlangt werden. Ermäßigungen sind möglich, zum Beispiel bei sozialen Härtefällen, beim Senior:innenstudium oder für eingeschriebene Studierende anderer Hochschulen.

  • dropdown-iconWelche Voraussetzungen braucht man als Gasthörer:in?

    Der Gasthörenden-Status ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. Deshalb wird für die Anmeldung keine Hochschulzugangsberechtigung verlangt. An den meisten Hochschulen muss man volljährig sein, doch es gibt auch einige Hochschulen, die bereits Personen ab dem sechzehnten Lebensjahr den Gasthörenden-Status gewähren. 

  • dropdown-iconIst man als Gasthörer:in reguläre:r Student:in?

    Nein, Gasthörer:innen gelten nicht als eingeschriebene Studierende. Sie besuchen einzelne Lehrveranstaltungen, jedoch ohne Abschlussziel. Zudem dürfen sie Veranstaltungen in zulassungsbeschränkten Fächern wie Medizin oder Psychologie in der Regel nicht besuchen.

  • dropdown-iconIst es Gasthörer:innen möglich, Prüfungen abzulegen?

    Nein, Gasthörer:innen dürfen in der Regel keine Prüfungen ablegen, keine Leistungspunkte (ECTS-Punkte) sammeln und keinen Abschluss erwerben. An manchen Hochschulen können Teilnahmebescheinigungen ausgestellt werden, die jedoch nicht immer als formale Nachweise anerkannt werden.

  • dropdown-iconFür wen lohnt sich ein Studium als Gasthörer:in?

    Gasthören ist eine Art der informellen Weiterbildung, die der persönlichen Entwicklung dient. Gasthörer:innen erhalten Zugang zu Lehrveranstaltungen auf Hochschulniveau und können Themen flexibel wählen. Das Studium als Gasthörer:in eignet sich insbesondere für Menschen, die sich beruflich (neu) orientieren, ihr Wissen vertiefen oder unverbindlich ein Fach kennenlernen möchten.

  • dropdown-iconIst ein Studium als Gasthörer:in als Weiterbildung geeignet?

    Nein, der Besuch von Lehrveranstaltungen als Gasthörer:in wird formal nicht als Weiterbildung anerkannt. Bei Job-Bewerbungen kann der freiwillige Hochschulbesuch jedoch positiv auffallen und auf Motivation, Eigeninitiative und Interesse hindeuten. Wer aber an die Hochschule möchte, um sich beruflich weiterzuentwickeln, ist mit einer hochschulischen Weiterbildung mit Abschluss besser beraten.


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